Die nächsten Projekte

Eine Reise in die Unterwelt



Er treibt allein im weinfarbenen Meer. Er sieht sich um nach seiner Geliebten, aber sie ist nicht da. Er ruft ihren Namen: “Eurydike, Eurydike.” Er bekommt keine Antwort. Aus Gründen, die er nicht versteht, bedrückt ihn das sehr. Er fängt an zu weinen, salzige Tränen rinnen über sein Gesicht, mischen sich mit den salzigen Wogen.
Da wird ihm bewusst, dass er träumen muss, und er lächelt.

Mit diesen Worten beginnt die 1991 erschienene Graphic Novel Orpheus, eine Neuerzählung des bekannten Mythos. Neil Gaiman ließ die alte Erzählung von dem Sänger, der in die Unterwelt zieht, um die Freigabe seiner verstorbenen Eurydike zu fordern, Teil seines eigenen Mythos vom Sandman werden.

Im Kunstmuseum in der Alten Post in Mülheim an der Ruhr kann man zur Zeit andere bunte Bilder bewundern, die sich mit Orpheus auseinandersetzen: jene des deutschen Malers Werner Gilles. Am kommenden Donnerstag lädt das Kunstmuseum wieder zur ART Lounge. Wie im vergangenen Januar sind wir auch dieses Mal dabei, Ausstellung und Theater zu einem Raumerlebnis zu verschmelzen: Unter dem Titel {m}orpheus begeben wir uns auf eine Reise in die Unterwelt. Das Museum wird zum Theater wird zur Ausstellung. Gilles vs. Gaiman vs. us.

Seid dabei.

24. November 2011 | 19.00h
Kunstmuseum in der Alten Post | Mülheim an der Ruhr
Eintritt: 4 €
mit Raymond Dudzinksi und Kreso Cvetnic
von Michael Masberg (Konzept & Text), Stefanie Dellman (Raum) und Miriam Sadowski (Bild)




                                                                                                                                             


Die Verstörung ( Ringlokschuppen Mülheim )

Foto: Stephan Glagla

von Falk Richter


Weihnachten in irgendeiner Stadt, ein bitterkalter Winter. Menschen sehnen sich nach Halt und Geborgenheit. Doch alle Wünsche, die sich auf diesen Abend richten, nach dem Erlebnis von Gemeinschaft oder gar Nähe, werden enttäuscht. Ihre Entwürfe von Ehe, Familie oder Partnerschaft sind längst gescheitert.

Falk Richters Stück markiert eine Gesellschaft im Übergang. Die allgegenwärtige Überforderung in Beruf und Privatleben übersteigt das menschlich Mögliche. Die Abhängigkeit von den digitalen Medien dient als Ausdruck kommunikativer Regression und ihre Prothesen scheinen – wie bei den meisten Drogen – die Sucht danach nur noch zu erhöhen. Das Scheitern der Figuren erzeugt verstörende und schreiend komische Situationen in der realen Welt der pochenden Herzen.

Holger Bergmanns Inszenierung erzählt vom Abschied von der Ich-Erkundung innerhalb der Konstrukte von Beziehung, Familie oder Rolle. Sie richtet den Blick auf die Verlagerung der Beziehungsräume und Liebesträume ins Virtuelle und hinterfragt die Möglichkeiten moralischer Bewertung. Die Überlagerung und Verschränkung von realen und virtuellen Identitäten scheint im digitalen Zeitalter nur eine Gewissheit hervorzubringen: „Du kannst Dir niemals sicher sein“.


mit Jürgen Albrecht, Ruth Hengel, Randolph Herbst, Christiane Nothofer, Andreas Spaniol und Elisabeth Wolle Regie Holger Bergmann  Bühne Stefanie Dellmann Kostüm Anne Bentgens Dramaturgie Matthias Frense Regieassistenz Henning Gebhard

 

Gefördert durch die Kunststiftung NRW


Die Vorstellung am 4. Dezember 2011 ist bereits ausverkauft!!

Weitere Vorstellungen Die Verstörung   am 16. und 17. Dezember 2011.

"Die Inszenierung zwischen Sprachballett und Choreographie ist im Retro-Design der 1970er-Jahre gehalten, als das Computer-Zeitalter begann und gesellschaftliche Tabus brachen. Lebensentwürfe ploppen wie Popcorn auf, fliegen gleich auseinander oder gehen erst gar nich auf. Das Ensemble bewerkstelligt diesen Kraftakt mit großer Spielfreude."

Margitta Ulbricht in der WAZ vom 21.11.2011


                                                                                                                                             
  

Theatermacher. Good to know if I ever need attention all I have to do is die.

Theatermacher

Wenn es keinen Sommer gibt, müssen wir auch keine Sommerpause machen. Deswegen gibt es jetzt die ersten Informationen zu unseren neuen Projekten: Theatermacher – eine Abrechnung mit dem Theater und eine Liebeserklärung – wird zum einjährigen Bestehen von epikur hotel am 26. August 2011 auf der bEATPLANTATIOn seine Premiere erleben. Dort, wo alles seinen Anfang nahm. Ab dem 22. September 2011 heißt es dann: Good to know if I ever need attention all I have to do is die. Eine theatrale Geisterbeschwörung in den Straßen von Mülheim an der Ruhr. Eine Kooperation mit dem Ringlokschuppen im Rahmen des SHINY TOYS Festivals.

Mehr in Kürze.


                                                                                                                                             


Face-Book

Ein Song-Book von Frauen

Nach Never Too Loud, der erfolgreichen Hommage an die Musik von The Velvet Underground, und nach der gefeierten Uraufführung des Konzeptalbums Songs For Drella setzt Otto Beatus seine musikalische Reise nun mit einer Tracklist weiblicher Identitätskonstruktionen fort: Face-Book, ein Song-Book von Frauen. Vier Schauspielerinnen aus dem Ensemble spiegeln sich in Musik von Vivaldi bis zu den Beatles, von Schubert bis Tocotronic. Sie singen Blues und Bossanova und vor allem auch Jazz. Die vier Frauen schlüpfen in verschiedene Rollen. Sie zeigen Freude wie Verzweiflung und trainieren, die Zerbrechlichkeit von Lebensbeziehungen zu ertragen. Sie stilisieren sich im Grundtenor der Melancholie – und üben darin die Kunst, den auseinandertreibenden Vexierbildern des eigenen Ichs eine unermüdliche Konzentration abzuringen: Face-Book hält sie zusammen, all die weltweit verstreuten Teilchen, die zusammen unser Leben ergeben. Oder?


Premiere 13 Mai 2011 im Theater Oberhausen


Regie: Otto Beatus

Bühne: Stefanie Dellmann

Kostüme: Mona Ulrich

Dramaturgie : Hannah Schwegler